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Domino Recording Co. // VÖ: 06/2007
James Yorkston - Roaring the gospel
 
James Yorkston - Roaring the gospel

Was gibt es da noch weiter zu sagen, nachdem James Yorkston im letzten Jahr mit „The year of the leopard“ ein Meisterwerk von wohl kaum erreichbarer Schönheit geschaffen hat: Die Krönung seines bisherigen Schaffens nach den beiden Alben „Moving up country“ (2002) und „Just beyond the river (2004) und seiner Arbeit mit The Athletes. Das der Schotte Yorkston nunmehr mit „Roaring the gospel“ quasi eine Auswahl einer Sammlung von B-Seiten, Coverversionen, EP-Stücken und previously unreleased songs unter seine Anhänger bringt, wird eben diese mit dieser Veröffentlichung vielleicht nicht gerade vom berühmten Hocker reißen. Und eine Auswahl bleibt eine Auswahl und eine Sammlung bleibt eine Sammlung. So ist denn „Roaring the gospel“ womöglich gar nicht für die Verehrer von James Yorkston gedacht. Es ist jedoch gut möglich, dass dieses „Album“ den Kreis der von Yorkston Verzückten erweitern wird. „Roaring the gospel“ ist so wie der beste Jahrgang eines Weins. Akustik trifft Schönheit, Wärme streichelt Anmut. Folkmusic aus seiner ursprünglichen Kraft geht hier einher mit den Abenteuern und Empfindungen des Lebens. Es ist eine unaufgeregte Fahrt durch das solomusikalische Schaffen eines Ausnahmemusikers mit zwölf Haltepunkten. Es sind zwölf Geschichten zu und aus dem Leben des schottischen Musikers. Mit jedem einzelnen Stück könnte man sich irgendwo niederlassen und über den Gang der Dinge sinnieren oder den Lauf des Lebens verfolgen. Bisweilen mag man sich über die kompromißlose Eigenwilligkeit des Künstlers wundern, wenn er z.B. den Tim Buckley Klassiker „Song to the siren“ in einer Art singt, die den vielen Versionen dieses arg covergebeutelten Song schier zu wider sein will. Es macht aber auch den Reiz eines Ausnahmemusikers aus anders zu denken und zu fühlen, Erwartungen genau dann nicht zu entsprechen, wenn sie sich am meisten aufdrängen. So laufen mir die Songs von Yorkston und seine Stimme durch Venen und Adern meines Körpers, einmal rundherum, Lebensstoff transportierend. Gäbe es die Musik und die Songs James Yorkstons in kleinen, mit Blut angereicherten Flaschen, ich würde mir diesen Saft spritzen, in den Körper jagen, einsaugen, trinken. Das Wesen dieses Mannes müßte ich mir für die Ewigkeit auf beide Unterarme tätowieren. Und ich danke dem, der mir den Weg zu James Yorkston mit einer einfachen Postsendung ebnete. [flo]

 

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