Diese Platte ist wie der Blick in die richtige Richtung, wenn man nach einem weiten Weg zu Fuß durch von hohen Häusern gesäumte Straßen die endlich letzte Abbiegung genommen, und nun die freie Sicht hat, sonnenlichtdurchflutet; die freie Sicht auf das, was man irgendwie erwartet hat, wo man hin will, was wirklich dahintersteckt. Mit ihrem neuen Album sind Sambassadeur ganz dicht dran an dem, was die Band scheinbar wirklich ist und sein will, am Fuße des Zuckerhuts des Pop.
Bei den Freunden der elisabett sind Anna Persson, Daniel Permbo, Joachim Läckberg und Daniel Tolergård bereits bestens bekannt durch ihre bisherigen Eps und Alben. Seit „New moon“ war ich mir sicher, dass mich diese Band begleiten könnte in den nächsten Jahren, und so ist es denn auch. Die Inspiration der sechziger Jahre und das Kratzen an den Innenwänden der Popmusik trägt diese Band seit ihrer Gründung vor fünf Jahren in sich, und vor allem die innerliche Nähe zu Serge Gainsbourg, bei dem sie sich von einem seiner Alben gleich ihren Bandnamen entlehnten. So geht es mit der Band und ihrem neuen Album weiter, beharrlich auf einem unbeirrbaren Pfad, fest davon überzeugt das richtige zu fühlen, das richtige zu machen. Mit „Fallin‘ in love“, einem Beach Boys Cover, und dem Titelsong des neuen, natürlich bei Labrador erschienenden Albums zieht mich Anna in einen Strudel der zwanghaften Wiederholungstat, die meine Finger immer wieder zurückskippen lassen, nochmal hören, nochmal eintauchen, nochmal die geschlossenen Augen auf die Wintersonne richten. Es ist ein einziges Herzklopfen und die kindliche Aufgeregtheit darüber, dass die vier Schweden ihren eigenen Weg fortsetzen, statt nunmehr gewollt das ganz große Ding zu präsentieren. Und so gelingt ihnen mit schnörkelloser Leichtigkeit viel mehr als das – im Sound manchmal sogar ein bißchen weniger klar als auf dem Debutalbum gleicht „Migration“ einem Rausch durch die Gefühle und die Verzücktheit am himmelsstürmenden Popsong. „Know you’ve been waiting on one thing that is true / Wherever you go are sensations new / Know you’ve been running, but I’ve been running too / The only difference is you don’t mind the waiting, I do“. Das noch junge Jahr hat die eine besondere Textzeile vielleicht schon gefunden. [flo]