Eine Landschaft voller Sehnsüchte und Einsamkeit, nebelversunken in der Frühe des Tages, in der Kälte des Moments oder am Ende eines Weges, eines Lebensabschnitts. Zuversicht und Freude am Leben klingen anders als die zehn Songs des Debutalbums der Mary Onettes aus Schweden. Und doch, Schönheit und Melancholie laufen hier Hand in Hand an den Ufern menschlicher Gedanken und Erinnerungen. Ein einziger Tanz auf den vergangenen Gefühlen von gestern und den Entscheidungen der Gegenwart. Trennung und Schmerz, Hoffnungslosigkeit und Leere. Der Körper zuckt und keine einzige Träne wird hier vergossen werden.
Schwarz ist die alles beherrschende Farbe der Musik der Mary Onettes, die in diesen Tagen Ihr erstes Album beim Labrador Label veröffentlichen, nachdem sie von einem großen Major-Label genauso schnell wieder fallen gelassen wie sie dort unter Vertrag genommen wurden. Nach dem Rausschmiß ohne Bewährungschance wollte die Band ihre Musik ursprünglich im Eigenvertrieb auf die Welt loslassen. Doch ein Demo von ihnen landete bei den Machern von Labrador, die nicht lange zögerten mit ihrem Angebot für The Mary Onettes. Bereits im letzten Jahr fand sich ihre Single „Lost“ ganz weit oben in den Jahreswertschätzungen der elisabett-Redaktion. Da waren sie mal wieder, die Seufzer nach Echo & The Bunnymen, den dunklen Cure und Smiths oder den noch längst nicht verstaubten Editors. Und mit den Mary Onettes könnte vielleicht endlich auch das Buch mit Joy Division geschlossen werden. Düstere Momente, Wege ohne Wiederkehr, Abschied - kein noch so schmerzhaftes Gefühl wird in den Songs des Quartetts um Philip Ekström (vocals, guitar), Petter Agurén (guitar), Henrik Ekström (bass) und Simon Fransson (drums) ausgelassen.