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Endlich, könnte man sagen, endlich ein erstes langes Album von Math and Physics Club nach den beiden viel zu kurzen Four-track-Eps „Weekends away“ und „Movie ending romance“. Der besondere Dank für die Verwirklichung dieses Debutalbums senden die romantisch musizierenden Physiker ihren Freunden und Familienmitgliedern: „Special thanks to our wives, partners and families for treating us like rock stars“: Nun, bis dahin wird es wohl noch ein langer Weg sein, den kaum eine Band zu Ende gegangen ist, die einen ähnlichen musikalischen Pfad wie MAPC eingeschlagen hat, wenngleich es and musizierenden Freunden, Vorbildern und Wegbegleitern nicht mangelt: Belle & Sebastian, The Luckysmiths oder die Pipas schwimmen auf der gleichen Welle. Aber wer will schon vollendete Popstars? Math and Physics Club jedenfalls machen das Leben schwebend leichter, so viel steht fest. Eine Band, die in der Verteilung der Zeit zwischen den Beach Boys, The Smiths und der Rückbesinnung auf den schönen Pop verloren gegangen ist.

Bei ihrem Label matinée recordings fielen sich MAPC und die Labelmacher quasi in die Arme, denn beide wollten unbedingt einander. Und die nunmehr dritte Veröffentlichung von MAPC bestätigt, dass hier zusammen fand, was zusammen gehört. Leichtigkeit, smooth Pop, Folk, sanfte Melodien - alles könnte für die Band aus dem großen und andersweitig musikalisch bekannten Seattle und ebenso für das kleine amerikanische Indielabel stehen. Die Band um Ethan Jones (bass), Charles Bert (vocals), Saundrah Humphrey (violin), Kevin Emerson (drums) und James Werle (guitar) steht mit den beiden EPs und den zehn Songs des selbstbetitelten ersten Albums im dritten, vierten Jahr wohl noch ziemlich am Anfang ihrer Entwicklung. Die Leichtigkeit und Lockerheit, die MAPC mit ihrer Musik dabei vermitteln, läßt nicht zu unrecht auf musikalische Vorerfahrungen in anderen Bands und Projekten schließen. Die fünf Musiker verstehen einander und können sich in ihrer zurückhaltenden Art ihrer Sache sicher sein. Keine Experimente, keine Gefühlsauabrüche. Jeder Song gleitet auf sanften Wellen durch Luft und Raum. Und Math and Physics Club verstecken auch nicht ihre musikalischen Helden. Ihr Beach Boys Cover „You’re so good to me“ von ihrer zweiten EP ist schon ein ziemlich rosafarbendsahnigsüßer Popbonbon, von denen sich mit „April showers“ oder „La la la Lisa“ und anderen noch viele auch auf dem Album befinden. Eine Tüte Summerfolkpopdrops in schlichter, nicht knisternder Verpackung.

[03/2007 flo]