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Immer, wenn ich Platten wie das nun schon einige Wochen alte Doppelalbum „Contra“ höre, finde ich scheinbar zu den Wurzeln meiner eigenen Begeisterungsfähigkeit für die wahre Schönheit von Melodien und Gitarrenverzerrungen zurück, die ohne viel Beiwerk und ohne menschliche Stimmen verzaubern können. Bridge and Tunnel haben mich vor einigen Jahren mit ihren stillen und von Resten von Krach umhüllten Melodien verzaubert, ebenso all die Platten von Sonic Youth, die sich in ihren Songs oft und gerne auf das Wesen ihrer Musik konzentrierten. Es bleibt die Zeit sich in den Songs zu finden, sich darin einzurichten und wieder rauszuspringen, getröstet, selbstbewußt, verzückt. Derzeit wecken die schwedischen Once We Were wohlige Gefühle sanfter melodischer Umschäumung.
Mit „Contra“ legt das Trio aus Göteborg eine Doppel-CD vor, deren insgesamt zwölf Songs einer ganz eigenen musikalischen Landschaft entstammen. Einsamkeit und Sehnsucht ohne Pop. Wie das Lebenselixier einer Gefühlswerdung, wie die Konservierung einer Hingebung. Zwei Gitarren und ein Schlagzeug bilden den kreativen Stamm eines Projekts, das mit kaum mehr auskommen will. Hier und da ein Glockenspiel, hier und da ein Ausbruch aus der Melodie. |
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Ansonsten einsame Weiten der elektronischen Gitarre, die den realen Landschaften zu entkommen versucht, wegrennen will und sich in selbst geschaffener Geborgenheit zurückzieht. Aufspringen, wegfliegen und zurückziehen. So könnte man die Musik von Oce We Were beschreiben. Und plötzlich doch ein Gesang am Ende der ersten, der roten CD. Instrumente werden als Instrumente benutzt. Sie werden geschätzt und umhegt. Auf der zweiten, blauen CD von „Contra“, erschienen bei A TenderVersion Recording, geben sich die drei Schweden experimenteller, Melodien werden aufgelöst, die Zurückgezogenheit verliert sich in der Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Es ist der mehr akustische Teil des Albums, verliert sich aber auch in nachhallenden Tastenklängen. Aufgenommen an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten, mit verschiedenen Mitstreitern, während die erste, die rote CD innerhalb einer Woche von den Band im Studio eingespielt wurde. Es klingt wie die Einzelteile eines Ganzen, Melancholie macht sich breit. Zusammen ergeben die zwölf Songs eine Ahnung von dem was möglich ist, was dieser Band möglich ist und was mich fortreißt von den komplizierten Wirren meiner menschlichen Existenz. |
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